Fast 300 Jahre gelebte Tradition
Die Wurzeln des Wirtshaus Heiming reichen bis in das Jahr 1730 zurück. Damals wurde das heutige Haupthaus als Fachwerkgebäude mit Stallungen errichtet und entwickelte sich über Generationen hinweg zu einem festen Bestandteil des dörflichen Lebens.
Um 1890 kam das Gebäude in Familienbesitz: Hermann Holberndt, gelernter Bäcker, eröffnete eine Bäckerei mit Kolonialwarenladen. Gemeinsam mit seiner Frau legte er den Grundstein für das, was das Haus bis heute prägt: Zusammenhalt, Handwerk und Unternehmergeist.
Nach mehreren Wendepunkten kehrte das Haus um 1925 wieder vollständig in Familienbesitz zurück. Johanna Heiming, die Tochter von Hermann Holberndt, und ihr Ehemann kauften das Haus und führten die vorhandene Bäckerei und den Kolonialwarenladen weiter. Als gelernte Köchin und gelernter Metzger brachten sie neues Wissen ein.
Vom Handwerksbetrieb zur Gaststätte
Mit Bernhard Heinrich Heiming wurde im Juni 1933 die nächste Generation geboren. Er absolvierte von 1947 bis 1950 eine Bäckerlehre und sammelte im Anschluss Berufserfahrung in verschiedenen Bäckereien. Nach seiner Rückkehr in der elterlichen Betrieb begann er das Bäckereigeschäft und die Warenhandlung weiter auszubauen. Gemeinsam mit Mathilde, die 1956 als Auszubildende in den Familienbetrieb einstieg, entstand nicht nur eine Partnerschaft fürs Leben, sondern auch eine erfolgreiche unternehmerische Zukunft.
In den folgenden Jahren wurde das Anwesen kontinuierlich erweitert: an das Haupthaus entstand ein Anbau, in dem 1957 ein größerer Laden mit Fleisch- und Backwaren sowie Lebensmitteln eröffnet wurde. Das Haupthaus wurde zur Kneipe umgebaut und zusätzlich ein Café eröffnet, womit die Bewirtung von Gäste erstmalig weiter in den Mittelpunkt rückte. In den 60er und 70er Jahren entstanden weitere Anbauten, die 1971 in der Eröffnung eines deutlich vergrößerten Spar-Marktes mit 200 m2 Verkaufsfläche, im Vergleich zu vorherigen 60 m2, mündeten.
Mit dem Einzug moderner Discounter in Reken veränderte sich der Einzelhandel grundlegend, weshalb der Spar-Markt 1988 schließlich geschlossen wurde. In den folgenden Jahren passierte eine klare Neuausrichtung mit der Spezialisierung auf die Gastronomie und die Bewirtung der Gäste mit Speisen und Getränken.
Aufbruch in die 3. Generation
Als einer von vier Geschwistern entschied sich Heinz Heiming jr. in die Fußstapfen seiner Eltern zu treten. Von 1984 bis 1987 absolvierte er eine Bäckerlehre und im direkten Anschluss von 1987 bis 1990 eine Kochlehre. In den folgenden Jahren sammelte er deutschlandweit wertvolle Erfahrungen in renommierten Küchen, bis er 1993 schließlich in den elterlichen Betrieb zurückkehrte. Zu diesem Anlass wurde das Wirtshaus grundlegend umgebaut und vergrößert, der ehemalige Spar-Markt fortan als Veranstaltungssaal genutzt. Seit 1998 führt Heinz Heiming das Wirthaus gemeinsam mit seiner Frau Ulla. Auch unter Ihrer Leitung wurde das Wirtshaus kontinuierlich modernisiert und weiterentwickelt. Hierzu gehören der Umbau des Saals, die Erweiterung der Außenterasse, die Errichtung eines Buffetraums und viele weitere Modernisierungen.
Heute steht das Wirtshaus Heiming für gelebte Geschichte, handwerkliche Tradition und echte Gastlichkeit. Im stetigen Wandel der Zeiten hat es seinen unverwechselbaren Charakter bewahrt. Ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, sich Willkommen fühlen und frische regionale Küche genießen.








